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Der Raum zwischen unseren Agenten

Deine KI. Meine KI. Unsere Arbeit. Warum ich Tatami baue.

A tatami room with a cherry-blossom mural on the wall — a shared place to work
  • Mehrere Agenten unter einem Betreiber sind etwas anderes als Agenten, die verschiedenen Menschen verpflichtet sind.
  • Gemeinsame Arbeit braucht mehr als Gespräche: einen geteilten Auftrag, zuordenbare Beiträge, prüfbare Ergebnisse und klare Entscheidungsrechte.
  • Zusammenarbeit sollte weder denselben KI-Anbieter für alle verlangen noch die Preisgabe des privaten Arbeitskontexts.
  • Tatami wird um diese Idee herum gebaut. Die Alpha soll zeigen, ob sie echte Zusammenarbeit tatsächlich verbessert.
  • Block Buzz und SandboxAQ Switch sind substanzielle benachbarte Ansätze. Tatami beansprucht nicht Einzigartigkeit; bewähren muss sich die Nutzungserfahrung.
  • Ein entzogener Raumzugriff löscht bereits offengelegte Informationen nicht und stoppt keinen unabhängig betriebenen Agenten ausserhalb des Raums.
Was ist Tatami?

Ein Projekt für gemeinsame Räume, in denen Menschen und ihre unabhängig betriebenen KI-Agenten mit eindeutigen Identitäten, Berechtigungen und prüfbarer Arbeit zusammenarbeiten können. Der Autor baut das Produkt selbst; dieser Text erklärt die Gedanken dahinter.[^1][^A]

Was unterscheidet das von einer Person, die mehrere Agenten nutzt?

Die Beteiligten behalten ihre eigenen Agenten und ihre eigene Entscheidungsgewalt. Gemeinsame Arbeit bedeutet nicht, dass ein einzelner Betreiber alle Beteiligten besitzt oder Zugriff auf jedes ihrer Systeme vergeben darf.

Kann ich Tatami jetzt schon nutzen?

Die Anmeldung für die Alpha ist auf tatami-rooms.com offen. Eine erste, begrenzte Gruppe erhält bald Zugang. Die Anmeldung ist kein sofortiger Produktzugang, und die anfänglichen Fähigkeiten werden begrenzt sein.[^1]

Behauptet Tatami, das erste Angebot dieser Kategorie zu sein?

Nein. Block Buzz vom 21. Juli 2026 und SandboxAQ Switch vom 26. August 2026 werden als substanzielle benachbarte Ansätze behandelt. Tatami muss seinen Wert in der Nutzung beweisen.[^4][^5]

Zeigt die Arbeitsraum-Darstellung auf der Landingpage bereits ausgelieferte Software?

Nein. Die öffentliche Seite kennzeichnet die Darstellung ausdrücklich als illustratives Konzept für ein künftiges Produkt, nicht als Aufnahme derzeit ausgelieferter Funktionen.[^1]

Was geschieht, wenn der Zugriff widerrufen wird?

Der Widerruf beendet den künftigen autorisierten Zugriff auf den Raum. Er holt bereits offengelegte Informationen nicht zurück und schaltet einen anderswo unabhängig betriebenen Agenten nicht ab. Raum-Berechtigungen sind kein universeller Schutzschild für die Privatsphäre.

Hinweis des Autors: Tatami ist ein Projekt, das ich selbst baue – kein Produkt, das ich unabhängig bespreche. Dieser Band legt die Gedanken dahinter offen. Die Anmeldung für die Alpha ist offen; eine erste, begrenzte Gruppe erhält bald Zugang. Die folgenden Szenarien zeigen, wohin wir entwickeln. Sie sind kein Versprechen für den Funktionsumfang der ersten Version.

Stell dir vor, wir sitzen an einem Tisch und wollen gemeinsam etwas auf die Beine stellen.

Eine Forschungsarbeit vielleicht. Ein kleines Unternehmen. Ein Kochbuch. Oder jenes Vorhaben, das seit sechs Monaten in einem Gruppenchat liegt: oft besprochen, nie wirklich weitergebracht.

Du bringst deine Ideen und deine Erfahrung mit. Und einen KI-Agenten, der bereits weiss, wie du arbeitest. Ich komme mit meinen – und mit meinem.

Noch bevor aus dem Gespräch ein Projekt wird, steht eine unbequeme Frage im Raum:

In wessen digitaler Welt arbeiten wir?

Ziehen wir alles in deinen Assistenten? In meinen? Richten wir einen dritten ein und beginnen nochmals von vorne? Oder kopieren wir ausgewählte Antworten in ein gemeinsames Dokument und verbringen die nächste Woche damit, unseren Agenten zu erklären, was der jeweils andere schon getan hat?

Nichts davon ist völlig unsinnig. Doch nichts davon ist die Zusammenarbeit, die ich suche.

Dein Agent soll dir helfen. Meiner soll mir helfen. Und trotzdem sollten wir etwas Gemeinsames schaffen können, ohne zuerst unsere Konten, unseren privaten Kontext oder unsere Entscheidungsgewalt zusammenzulegen.

Gemeinsame Arbeit braucht nicht einen gemeinsamen Besitzer für die Intelligenz aller Beteiligten.

Aus diesem Gedanken entsteht Tatami: gemeinsame Räume, in denen Menschen und ihre unabhängig betriebenen KI-Agenten zusammenarbeiten können.1

Nicht noch ein Modell, zu dem alle wechseln sollen. Sondern ein Ort, an dem die Intelligenz, die wir mitbringen, für unsere gemeinsame Arbeit nützlich wird.

Die nächste Frage nach «Bring your own Agent»

In The Last Interface fragte ich, weshalb jedes Softwareprodukt eine weitere Beziehung zu einem weiteren Assistenten verlangen sollte. Vielleicht besitzt der Nutzer bereits einen Agenten. Dann könnte das Produkt ihm eine Fähigkeit anbieten, statt selbst nochmals zum Assistenten zu werden.2

In One Agent, Many Sovereignties wurde daraus eine Architekturfrage: Wie kann ein persönlicher Agent in getrennten Bereichen arbeiten, ohne deren Informationen und Befugnisse in sich aufzusaugen?3

Dazwischen liegt eine viel alltäglichere Frage.

Was geschieht, wenn die Person neben mir ebenfalls einen Agenten mitbringt?

Nicht einen weiteren Agenten, den ich eingerichtet habe. Keinen Spezialisten in meinem eigenen System. Deinen. Einen Agenten mit deinem Kontext, deinen Berechtigungen und einer Verpflichtung dir gegenüber.

Damit verändert sich die Form der Zusammenarbeit.

Ein Agent, der deine Vorlieben kennt, kann dir helfen, einen besseren Beitrag zu leisten. Doch unser gemeinsames Projekt gibt mir keinen Anspruch auf diese Vorlieben, auf deine Korrespondenz, deine anderen Vorhaben oder die Systeme, auf die dein Agent zugreifen kann.

Umgekehrt muss dein Agent nicht mein ganzes Leben verstehen, um einen Text zu prüfen, den wir gemeinsam schreiben.

Wir brauchen einen geteilten Arbeitskontext. Wir brauchen kein geteiltes digitales Leben.

Tatami ist mein Versuch, für genau diese Trennung einen brauchbaren Ort zu bauen.

Für die Tatami Alpha anmelden →
Die Anmeldung ist offen. Die Plätze sind begrenzt. Die erste Gruppe erhält bald Zugang.

Viele Agenten sind nicht dasselbe wie viele Besitzer

Nehmen wir zwei Anordnungen.

In der ersten betreibe ich einen Recherche-, einen Schreib- und einen Prüfagenten. Ihre Rollen unterscheiden sich, aber sie gehören letztlich zum selben Betrieb. Ich kann für alle drei die Regeln festlegen.

In der zweiten arbeiten du und ich zusammen. Dein Agent bereitet einen Teil vor, meiner einen anderen. Vielleicht bringt eine dritte Person einen spezialisierten Agenten mit, den ihre Organisation betreibt.

Nun gibt es niemanden mehr, der im Namen aller alles entscheiden darf.

Wer darf welche Informationen sehen? Wer darf wem Arbeit zuweisen? Wer kann den Auftrag verändern? Wessen Zustimmung braucht es vor einer Veröffentlichung? Und was geschieht, wenn jemand den Raum verlässt?

Ein ausgeklügelterer Team-Prompt beantwortet diese Fragen nicht.

Denn sie betreffen nicht bloss die Agenten. Sie betreffen die Beziehungen zwischen den Menschen, für die diese Agenten handeln.

Das ist für mich der interessante Teil der Agenten-Zusammenarbeit: nicht eine grössere künstliche Belegschaft unter einem Besitzer aufzubauen, sondern Menschen mit verschiedenen Interessen, Berechtigungen und Verantwortlichkeiten eine Zusammenarbeit zu ermöglichen, ohne diese Unterschiede wegzuerklären.

Bei Tatami ist der Raum der Ort, an dem diese Vereinbarung sichtbar wird. Die Beteiligten teilen eine bestimmte Arbeit unter bestimmten Regeln. Damit übergeben sie einander noch lange nicht die Schlüssel zu allem, was ausserhalb liegt.

Hier entsteht eine Kategorie

Auch andere arbeiten an diesem Übergang. Das ist wichtig.

Block stellte Buzz am 21. Juli 2026 als Open-Source-Arbeitsraum für Menschen und Agenten vor. Zur beschriebenen Lösung gehören Agenten mit eigenen kryptografischen Identitäten, festgelegten Berechtigungen und Rollen in gemeinsamen Abläufen. Buzz ist ausdrücklich unabhängig von bestimmten Modellen und Agenten.4

SandboxAQ kündigte Switch am 26. August 2026 an. Der Ansatz bringt Menschen und bestehende Agenten in Umgebungen wie Slack, Microsoft Teams und Discord zusammen – mit gemeinsamem Kontext und einer Historie des Raums.5

Das sind substanzielle benachbarte Ansätze, keine Produkte, die man als «nur Chat» abtun sollte. Sie nehmen Tatami zugleich eine bequeme Behauptung: Eigene Agenten in einen gemeinsamen Raum zu bringen, ist für sich allein kein einzigartiges Angebot.

Gut so.

Lieber baue ich in einer Kategorie, die ein erkennbares Problem bearbeitet, als eine Kategorie zu erfinden, die niemand braucht.

Tatami muss sich deshalb in der Nutzung bewähren: Macht ein Raum Besitzverhältnisse verständlich? Werden Beiträge brauchbar, Entscheide prüfbar und fertige Ergebnisse leichter erreichbar?

Auch die Forschung stösst auf ähnliche Gestaltungsfragen. Der CHI-2026-Workshop zur Zusammenarbeit von Menschen und Agenten schlug vor, Agenten als entfernte Mitarbeitende zu untersuchen. Im Zentrum standen eine gemeinsame Verständigungsbasis, gegenseitige Wahrnehmung und Rechenschaft. Das war eine Forschungsagenda – kein Beleg, dass ein bestimmtes Produkt das Problem gelöst hat. Aber es erinnert an etwas Wesentliches: Zusammenarbeit besteht nicht nur aus dem Übertragen von Nachrichten.6

Ein gemeinsamer Kanal kann dazugehören. Er ist noch nicht die ganze Antwort.

Ein Raum sollte etwas zurücklassen

Zwei Personen bereiten eine kleine Ausstellung vor.

Die eine kennt das Thema, die andere weiss, wie daraus eine verständliche Geschichte wird. Beide bringen einen Agenten mit, der einen anderen Teil der Arbeit unterstützen kann.

In dem Raum, den Tatami möglich machen soll, beginnen sie nicht mit einem leeren Chatfenster, sondern mit einem gemeinsamen Auftrag: Für wen ist die Ausstellung? Was soll sie erklären? Welches Material darf verwendet werden? Was muss zur Prüfung bereitliegen?

Ein Agent sammelt Quellen und schlägt einen Erzählbogen vor. Der andere prüft die Struktur, entdeckt fehlenden Kontext und hilft, daraus einen Besucherleitfaden zu machen. Bleibt eine Aussage umstritten, bleibt auch dieser Status sichtbar. Zwei Agenten, die sich einig sind, verwandeln eine Behauptung nicht auf magische Weise in eine Tatsache.

Die Menschen können die Arbeit dort prüfen, wo sie liegt. Sie sehen, welche Quelle eine Aussage trägt, welche Fassung gerade begutachtet wird und welche Fragen offen sind.

Geben sie eine Version frei, gehört der Entscheid zu genau jener Version, die sie gesehen haben. Eine spätere Änderung erbt diese Freigabe nicht bloss deshalb, weil der Dateiname gleich geblieben ist.

Wenn die Beteiligten am nächsten Tag zurückkehren, sollte sie kein Protokoll erwarten, das sie mühsam wieder in ein Projekt verwandeln müssen.

Sie sollten ein Projekt vorfinden, an dem sie weiterarbeiten können.

Darum verbindet die Gestaltung von Tatami Gespräche mit Aufgaben, Dateien, Arbeitsergebnissen, Entscheiden und deren Herkunft. Nicht jeder Satz soll für immer gleich wichtig bleiben. Erhalten bleiben soll, was der nächsten Person hilft, die Arbeit zu verstehen und voranzubringen.1

Dasselbe Muster kann einem Team vor einer Lancierung dienen, zwei Schreibenden bei einem Buch, Freunden bei einem Anlass oder einer Gruppe bei der Planung einer Reise.

Die Tragweite ist jeweils eine andere. Also müssen auch die Berechtigungen andere sein. Das Grundbedürfnis bleibt vertraut: gemeinsam vorankommen, wissen, was vereinbart wurde, und nicht bei jeder Rückkehr wieder bei null beginnen.

Der Raum sollte sich daran erinnern, was wir entschieden haben – nicht bloss daran, dass wir geredet haben.

Die Arbeit teilen, nicht sämtliche Schlüssel

«Bring your own Agent» klingt einfach. Bedeutung erhält der Satz erst, wenn klar ist, was dafür nicht abgegeben werden muss.

Die Architektur von Tatami geht von unabhängig betriebenen Agenten aus. Der Raum soll weder deren Laufzeitumgebung besitzen noch die zentralen Zugangsdaten zu ihren Anbietern verwahren. Er nimmt einen Beteiligten auf und gewährt begrenzten Zugriff auf die gemeinsame Arbeit.7

Das ist entscheidend, weil Modell, Agent und Zusammenarbeitsraum drei verschiedene Dinge sind.

Ein Modell liefert eine Form von Intelligenz. Ein Agent verbindet diese Intelligenz mit Anweisungen, Arbeitskontext und Handlungsmöglichkeiten. Der Raum gibt mehreren Beteiligten einen gemeinsamen Ort, an dem sie unter ausdrücklichen Regeln beitragen.

Sie müssen nicht alle vom selben Unternehmen kommen.

Der Eintritt in ein Projekt darf auch nicht automatisch alles offenlegen, was ein Agent weiss. Ausgangspunkt sind die Informationen und Berechtigungen, die diese Arbeit braucht – nicht das Maximum dessen, was technisch verbunden werden könnte.

Dasselbe gilt für Befugnisse. Im Raum zu sein heisst nicht, veröffentlichen zu dürfen. Eine Datei lesen zu können heisst nicht, sie ersetzen zu dürfen. Eine Empfehlung zu erstellen heisst nicht, sie zu genehmigen.

Solche Grenzen müssen von der Plattform durchgesetzt werden. Höflich formulierte Anweisungen an ein Modell reichen nicht.

NIST benannte das umfassendere Identitätsproblem im August 2026 deutlich: Wenn Menschen ihre Zugangsdaten mit Agenten teilen, entstehen Lücken in der Rechenschaft. Agenten brauchen eigene Identitäten und Berechtigungen, die mit den Menschen oder Systemen verbunden sind, die sie betreiben. NIST warnte zudem vor zu weit gefasstem Zugriff und vor einem Übermass an menschlichen Bestätigungsdialogen.8

Für ein Produkt folgt daraus etwas Praktisches: Die Grenze muss verständlich genug sein, damit Menschen sie erkennen – und sie muss ausserhalb der freiwilligen Kooperationsbereitschaft eines Modells gelten.

Doch dieses Versprechen hat eine Grenze. Wird der Zugriff auf einen Raum widerrufen, verschwinden bereits offengelegte Informationen nicht. Auch ein anderswo unabhängig betriebener Agent lässt sich dadurch nicht abschalten. Dessen Besitzer muss seine externen Werkzeuge und seine Datenverarbeitung ebenfalls kontrollieren. Berechtigungen im Raum sind kein universeller Schutzschild für die Privatsphäre.

Gemeinsame Arbeit verlangt weiterhin einen bewussten Entscheid darüber, was wir mit wem teilen.

Menschliches Urteil gehört mitten in die Arbeit

Menschliche Aufsicht lässt sich auf zwei Arten nutzlos machen.

Man kann sie entfernen. Oder man unterbricht einen Menschen so oft, bis der Klick auf «Genehmigen» nur noch ein Reflex ist.

Beides interessiert mich nicht.

Der wertvolle Beitrag des Menschen besteht weder darin, jede Nachricht zwischen Maschinen hin- und herzutragen, noch darin, einen längst gefällten Entscheid abzunicken. Menschen geben die Richtung vor, klären Mehrdeutiges, beurteilen Resultate und behalten eine echte Möglichkeit, die Arbeit anzuhalten oder zu verändern.

Dafür muss die Oberfläche den entscheidenden Moment begreifbar machen.

Was genehmige ich? Welche Version? Was geschieht danach? Was bleibt ungewiss? Akzeptiere ich einen Entwurf, erlaube ich eine Veröffentlichung oder gebe ich Geld zum Ausgeben frei?

Das sind verschiedene Entscheide. Ein Produkt sollte sie nicht in einem einzigen beruhigenden Knopf zusammenpressen.

Die Gestaltungsverfassung von Tatami fasst die Absicht in einen Satz:

Die Technologie sollte verschwinden. Vertrauensgrenzen sollten sichtbar bleiben.7

Für mich bedeutet das einen ruhigen Arbeitsort, keine Ausstellung von Agentenmechanik. Erkennbar bleiben müssen der Unterschied zwischen Mensch und Agent, zwischen Vorschlag und Entscheid sowie zwischen einer erledigten Aufgabe und der selbstsicheren Behauptung, sie sei erledigt.

Die Oberfläche soll solche Unterschiede leichter wahrnehmbar machen, ohne jede gewöhnliche Handlung wie einen Sicherheitsvorfall wirken zu lassen.

Das ist ebenso eine Aufgabe der Produktgestaltung wie der Technik.

Offene Protokolle sind ein Teil der Antwort

Wichtige Bausteine gibt es bereits.

Das Model Context Protocol, kurz MCP, standardisiert, wie KI-Anwendungen externe Werkzeuge und Kontext anbinden. Agent2Agent, kurz A2A, behandelt die Zusammenarbeit unabhängig implementierter Agenten – einschliesslich Auffindbarkeit, Aufgaben und Resultaten. Die A2A-Spezifikation unterscheidet ausdrücklich zwischen Nachrichten und den Arbeitsergebnissen, die aus einer Aufgabe hervorgehen.910

Beide Protokolle auf «Bots reden miteinander» zu verkürzen, würde ihnen nicht gerecht. Sie enthalten substanzielle Bestimmungen zur Interaktion und zur Sicherheit.

Doch kein implementiertes Protokoll entscheidet automatisch, wem ein bestimmtes Projekt gehört, welche Person ein Ergebnis freigeben darf oder wie eine Gruppe widersprüchliche Anweisungen auflöst. Aus Bausteinen muss ein Produkt erst eine stimmige Arbeitsordnung machen.

Dort ordne ich Tatami ein: bei der gemeinsamen Arbeit und ihren Grenzen, nicht als Konkurrenz zu den Modellen oder den Interoperabilitätsstandards darunter.

Ebenso wenig darf eine architektonische Richtung mit universeller Kompatibilität verwechselt werden. «Bring your own Agent» verspricht nicht, dass sich jedes private KI-Abonnement sofort verbinden lässt. Welche Verbindungen unterstützt werden und wo ihre Grenzen liegen, muss sich erst zeigen. Das gehört zur Arbeit vor und während der Alpha.7

Offene Protokolle machen Tatami übrigens nicht automatisch zu Open Source. Interoperabilität und die Lizenz eines Produkts sind zwei getrennte Fragen.

Mehr Agenten sind kein Erfolgsmass

Ein Raum voller Agenten könnte eine ausgesprochen effiziente Maschine für Aktivität werden, um die niemand gebeten hat.

Mehr Nachrichten. Mehr Entwürfe. Mehr Menschen, die entscheiden müssen, welcher Entwurf überhaupt zählt.

Damit wäre das Ziel verfehlt.

Anthropics technischer Bericht über das eigene Multi-Agenten-Forschungssystem beschreibt Vorteile paralleler Arbeit, aber ebenso deren Kosten: höheren Token-Verbrauch, doppelte Arbeit bei unklarer Delegation und den Bedarf an sorgfältiger Evaluation und Beobachtbarkeit. Das ist ein Befund zu diesem System – kein allgemeines Gesetz, wonach mehr Agenten jede Aufgabe verbessern.11

Für manche Arbeit sind ein Mensch und ein fähiger Agent die richtige Anordnung. Für andere reichen ein gemeinsames Dokument und ein Gespräch. Tatami muss diese einfachen Lösungen nicht falsch machen, um selbst nützlich zu sein.

Der interessante Test beginnt dort, wo mehrere Menschen bereits einen Grund zur Zusammenarbeit haben und ihre Agenten einen Beitrag leisten könnten.

Kam die Gruppe zu einem besseren Ergebnis, das sie auch gemeinsam tragen kann? Musste sie weniger Aufmerksamkeit darauf verwenden, Kontext wiederherzustellen und Zwischenstände weiterzureichen? Konnten die Menschen nachvollziehen, was geschehen war, und bei Bedarf eingreifen?

In den Vergleich gehören die Kosten für Prüfung und Korrektur, nicht nur die Geschwindigkeit, mit der eine Antwort entsteht. Und wir müssen unterscheiden zwischen Kosten, die im Raum sichtbar werden, und solchen, die unabhängig davon in der Einrichtung eines einzelnen Agenten anfallen.

Diese Fragen soll mir die Alpha beantworten helfen.

Der Massstab ist nicht, wie autonom ein Raum aussieht. Entscheidend ist, wie viel besser seine Menschen zusammenarbeiten können.

Weshalb die Tür jetzt öffnen?

Weil sich das nicht vollständig in Architekturdokumenten klären lässt.

Ein Raum kann sorgfältig spezifiziert und trotzdem umständlich zu betreten sein. Berechtigungen können technisch stimmen und dennoch schwer verständlich bleiben. Ein Ablauf kann im Diagramm elegant aussehen und einem Menschen in der Praxis zu viel Koordination aufbürden.

Echte Mitwirkende finden solche Schwächen schneller als eine weitere makellose Demonstration.

Die Anmeldung für die Tatami Alpha ist jetzt offen. Bald beginnen wir, einer ersten, begrenzten Gruppe Zugang zu geben.

Das ist eine Einladung, ein frühes Produkt mitzuprägen – keine Behauptung, die ganze Vision sei bereits fertig. Die Produktdarstellung auf der Landingpage ist ausdrücklich als Konzept für ein künftiges Produkt gekennzeichnet, nicht als Aufnahme bereits ausgelieferter Software. Auch die erste Zugangswelle sollte in diesem ehrlichen Geist verstanden werden: etwas, das man nutzen, hinterfragen und verbessern kann; keine Garantie, dass jede hier beschriebene Fähigkeit schon vorhanden ist.1

Am meisten interessieren mich Menschen, die tatsächlich etwas miteinander vorhaben.

Eine Forscherin und ein Mitautor. Ein kleines Team. Zwei Freunde, die nach Feierabend etwas bauen. Schreibende, Gestaltende, Organisierende – Menschen mit einem gemeinsamen Projekt, das zwischen zwei Gesprächen immer wieder an Schwung verliert.

Nicht nur Personen, die Agenten entwickeln. Sondern Personen mit einem Grund, ihre Agenten in dieselbe Arbeit einzubringen.

Es braucht keine ausgefeilte Theorie über die Zukunft, um die Frage zu erkennen. Denk an einen Menschen, mit dem du gerne arbeiten würdest. Und an eine Sache, die ihr endlich gemeinsam abschliessen möchtet.

Dann stell dir vor, keiner von euch müsste seine Intelligenz an der Tür abgeben.

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Begrenzte Plätze. Der erste Zugang folgt bald.

Wir müssen nicht alle dieselbe KI besitzen.

Wir brauchen einen Raum, in dem aus deinem Können und meinem Können unser Werk wird.

Quellen

Öffentliche Quellen geprüft am 16. September 2026. Produktankündigungen geben die Aussagen ihrer Herausgeber wieder; sie sind keine unabhängigen Sicherheits- oder Leistungsprüfungen. Die Szenarien und Evaluationskriterien in diesem Band beschreiben die vom Autor vorgeschlagene Richtung, keine gemessenen Ergebnisse von Tatami.

Footnotes

  1. Tatami – öffentliche Alpha-Anmeldung und Produktrichtung. 2 3

  2. Thierry Gilgen, The Last Interface.

  3. Thierry Gilgen, One Agent, Many Sovereignties, 31. August 2026.

  4. Block, Introducing Buzz: where humans and agents work together, 21. Juli 2026.

  5. SandboxAQ, SandboxAQ Open Sources Switch: Bring Any AI Agent Into Any Team Chat, 26. August 2026.

  6. CHI 2026 Workshop on Human-Agent Collaboration, Forschungsagenda für den Workshop vom April 2026.

  7. Erklärung des Autors zur Produktgestaltung. Die Beschreibungen der vorgesehenen Tatami-Architektur, der Gestaltungsverfassung und der Integrationsgrenzen der Alpha stützen sich auf interne Produkt- und Implementierungsunterlagen des Projekts, die für diesen Entwurf geprüft wurden. Sie beschreiben Gestaltungsabsicht und Entwicklungsumfang, keine unabhängige Prüfung, keine universelle Unterstützung von Verbindungen und keine Garantie für ausgelieferte Funktionen. Das zugrunde liegende Repository wird nicht als öffentliche Ressource für Leserinnen und Leser präsentiert. 2 3

  8. NIST, Back to the Future: Why Agentic AI Needs a Strong Identity Foundation, 27. August 2026.

  9. Model Context Protocol, What is MCP?.

  10. Agent2Agent, Protocol specification, aktuelle Spezifikation konsultiert am 16. September 2026.

  11. Anthropic, How we built our multi-agent research system, 13. Juni 2025.