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Das Studierzimmer

Ich erkunde komplexe Systeme, mache sie verständlich und helfe, das zu bauen, was daraus entsteht.

Thierry Gilgen – ruhiges redaktionelles Porträt mit dem Blick zum Betrachter.

Die Person

Ich erkunde komplexe Systeme: wie sie versagen, wie sie standhalten und wie Menschen von ihnen abhängen, ohne es zu bemerken.

Ich entwickle Technologie und berate zu ihrem Einsatz, damit sie kontrollierbar bleibt: KI mit klarer operativer Verantwortung, Infrastruktur mit Ausstiegsmöglichkeiten und Entscheidungen, die Verwaltungsräte auch Jahre später noch vertreten können. Aus dieser Praxis entstehen meine Field Notes. Mein Standort ist Basel; ich arbeite international.

Ich habe MachinaLabs AG gegründet und geleitet, ein Schweizer Unternehmen für angewandte KI, dessen Tätigkeit 2026 endete. Diese Arbeit hat meinen Umgang mit Verantwortung, Widerstandsfähigkeit und souveränen Systemen geprägt. Das Unternehmen ist nicht mehr aktiv.

Der Blickwinkel

Der Blick auf die Welt von diesem Schreibtisch aus – kein Manifest, sondern einige Überzeugungen, die die Arbeit leiten.

  • Technologie sollte in den Hintergrund treten

    Verständnis sollte bleiben. Die besten Systeme gewinnen Vertrauen durch unaufdringliche Beständigkeit, nicht durch Lautstärke.

  • Vorsorge schafft Widerstandsfähigkeit

    Reaktionszeit, Ausstiegsmöglichkeiten und Übung zählen mehr als Slogans über Kontrolle.

  • Verantwortung schafft Vertrauen

    Was man nicht betreiben kann, besitzt man nicht wirklich. Kritische Fähigkeiten bleiben unter operativer Kontrolle.

  • Systeme überdauern Produkte

    Einzelne Funktionen verlieren an Bedeutung. Strukturen, Entscheidungsbefugnisse und wartbare Architektur bleiben.

  • Erkunden vor dem Vereinfachen

    Komplexität muss sorgfältig beobachtet werden, bevor sie sich ohne Verfälschung reduzieren lässt. Der Weg dorthin ist unaufgeregte Ingenieursarbeit.

Der Weg

Erfahrungen, die diesen Blick geprägt haben – eine Auswahl, kein Lebenslauf.

  1. Entwicklung und Umsetzung

    Als Teenager mit dem Bau und Verkauf von Websites begonnen; später an Unternehmensinfrastrukturen gewachsen, bei denen Zuverlässigkeit und Governance unverzichtbar waren.

  2. Infrastruktur und Souveränität

    Arbeit an Plattformen, Risikoarchitektur und digitaler Souveränität – mit Klarheit darüber, wo Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und was ein Ausstieg kostet.

  3. KI und operative Verantwortung

    KI im praktischen Einsatz, Systeme für Arbeitsabläufe und die Arbeit an Plattformen – dazu gehört auch der Aufbau eines Unternehmens, der 2026 endete und die Massstäbe des Studios bis heute prägt.

  4. Japan und unsichtbare Ingenieurskunst

    Reisen und Field Notes über Technologie, die so gut funktioniert, dass Menschen nicht mehr über sie nachdenken müssen – Bahnen, Handwerk und Systeme, die auf jene Rücksicht nehmen, die auf sie angewiesen sind.

  5. Schreiben und Erkunden

    Autor von Panopticon 2.0 und von Beiträgen für das CFA Institute Research & Policy Center; Field Notes aus der Werkstatt.

  6. Aktuelle Praxis

    Beratung zu Systemen, die betriebsfähig bleiben müssen, Vorträge, wenn sie Klarheit schaffen können, und öffentliche Texte über Verantwortung und Vertrauen.

Am Schreibtisch

Die Werkstatt liegt nebenan. Zuerst kommt das Papier. Ein Notizbuch liegt offen. Der Bleistift gibt dem Gedanken Zeit, bevor er an die Tastatur darf. Kaffee, Skizzen und Bücher in Griffnähe – manchmal sind hinter dem Fenster ferne Züge zu hören.

Auf dem Schreibtisch stehen drei weise Affen. Sie sind keine Dekoration. Bevor etwas gebaut oder gesagt wird, erinnern sie daran:

  • Sorgfältig beobachten.
  • Sorgfältig zuhören.
  • Sorgfältig sprechen.
Graphite study of the three wise monkeys — see, hear, and speak no evil — as quiet observers.

Wenn die Arbeit reif ist, den Schreibtisch zu verlassen, entstehen daraus Systeme, Architektur und Field Notes. Bis dahin darf sie unfertig bleiben – ohne Scham.